Vortragsreihe »study of resistance«
Die wissenschaftliche Vortragsreihe ist ein Rahmenprogramm für die Öffentlichkeit. Mit anschließenden Diskussionen werden Themenfelder „Unausweichliche Konflikte – Familie als Lernort konstruktiver Konfliktaustragung“ behandelt.
Freier Eintritt
Beginn: 10 Uhr / Ende: 14 Uhr
Vortragende: Dr. Gertrude Bogyi; „Die Wahrheit ist den Kindern zumutbar“ Begründerin des Verein Boje.
Dr. Karoline Bitschnau-Dellamaria: “Fried. Fertigkeiten: Wo und wie lernen wir die Sprache des Friedens?”.
Mag. Franz Jedlicka; Soziologe und Friedensforscher, Die vergessene Friedensformel: “Gewaltfreie Kindererziehung als Fundament friedlicher Gesellschaften”. Tagesprogramm:
10:00–11:00 Vortrag: “„Die Wahrheit ist den Kindern zumutbar“
11:00–11:15 Pause
11.15–12:15 Vortrag: „“Fried. Fertigkeiten: Wo und wie lernen wir die Sprache des Friedens?”.
12:15–12:30 Pause
12:30–13:30 Vortrag: “Gewaltfreie Kindererziehung als Fundament friedlicher Gesellschaften.“
14:00-18:00 Freizeitgestaltung, Museumsbesuch
18:00-19:00 Uhr: Lesung mit Anne Bennent
liest aus Texten von Ruth Maier "Es wartet doch so viel auf mich....", Einleitende Worte über Ruth Maier Dr. Winfried Garscha, Musikalische Untermalung mit Hans Breuer
19:30 Ende
STIPENDIENPROGRAMM FÜR JUGENDLICHE
Der Verein vergibt drei Workshop Plätze, Unterkunft und Verpflegung, Reisekosten sind selbst zu tragen.
Bewerbung ausschließlich in elektronischer Form. Anträge können ab dem 16. Lebensjahr gestellt werden.
Einreichfrist: 31. Juli 2023
Anmeldung: soak.bvs@gmail.com
Die Bewerbung hat folgende Unterlagen zu enthalten
aussagekräftiger Lebenslauf
Motivationsschreiben
Alle Rechte für das Auswahlverfahren und die Stipendienvergabe liegen beim Bertha von Suttner, Verein zur Ausübung und Förderung friedenserhaltender und friedensfördernder Projekte.
Samstag
12. August 2023/10:00–19:00 Uhr
Vortragsreihe: »study of resistance«
Vortragende: Dr. Gertrude Bogyi; Dr. Karoline Bitschnau-Dellamaria; Mag. Franz Jedlicka
– Eintritt frei –
Lesung
Anne Bennent liest aus Texten von Ruth Maier
Musikalische Untermalung mit Hans Breuer
Einleitende Worte über Ruth Maier
Dr. Winfried Garscha
– Eintritt frei –
Beginn: 18 Uhr
Ort: Zeitbrücke-Museum, Kollergasse 155
3571 Gars am Kamp
Mittwoch bis Sonntag
16.-20. August 2023/ Beginn 10:00
Symposium: »one week peace«
Workshops: Literatur, Kreativ-Reggio_Pädagogik, Arbeiten am Tonfeld
– Kursgebühr € 150–
Jetzt anmelden
18. August 2023/ 15:00-19:00 Uhr
»Kinder Theater Stück ab 3 Jahren in Kooperation mit dem Tagträumer*innen.«
Kinderprogramm
mit Otmar Mittermayr am Platz der Kinderrechte Horn
Beginn: 18:00 Uhr
– Eintritt frei –
Veranstaltungsort: Stadtpark Horn
bei Regenwetter im Tonkeller Kunsthaus Horn
A-3580 Horn
–
Sonntag
20. August/ 11:00 Uhr
Matinee »One Week Peace«
Werkschau der Symposiumsteilnehmer
Moderation: mit Udo Bachmair ; Radioübertragung
– Eintritt frei –
Ort: Tonkeller im Kunsthaus Horn
A-3580 Horn
Vorträge
Foto : © Gertrude Bogyi
Dr.in Gertrude BOGYI, Klinische Psychologin und Psychotherapeutin (IP)
„Die Wahrheit ist den Kindern zumutbar“
Dieser Satz soll als Appell an alle Erwachsenen gerichtet sein, den Kindern gegenüber ehrlich zu sein, worum immer es sich auch handelt!
Offenheit und Aufrichtigkeit sind der Entwicklung von Kindern immer förderlicher als das oft gut gemeinte Verschweigen und Tabuisieren.
Die Wahrheit ist den Kindern zumutbar, angefangen bei den kleinen Dingen des Alltags bis hin zu einschneidenden und schicksalshaften Ereignissen wie Trennung, Verlust, Krankheit, Sterben, Suizid, Tod.
Das Totschweigen des Todes ist ein Problem der Erwachsenen, sicherlich nicht der Kinder!
Sehr kritisch ist auch die Nichtübereinstimmung von Wahrnehmungen oder Informationen, die bei Kindern zu Spannungen, Verunsicherung und in weiterer Folge zum Verlust an Selbstvertrauen, Sicherheit, Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz beitragen.
Einerseits ist es oft die Bequemlichkeit der Erwachsenen, andererseits oft das Schutzbedürfnis den Kindern gegenüber, Ausreden, Lügen, Unwahrheiten zu sagen, oder zu schweigen.
Es gibt eigentlich nichts, was wir den Kindern nicht sagen können, freilich muss einfühlsam, sanft und dosiert vorgegangen werden. Liebevoll vermittelte Gewissheit hat immer positive Wirkung und ist im wahrsten Sinn des Wortes „Lebens-Not- wendend“. Ein Kind, das lernt, sich schwierigen Situationen zu stellen ist besser auf sein späteres Leben vorbereitet als Kinder, denen die Wahrheit vorenthalten wird.
Dieser Vortag soll Mut machen zur Aufrichtigkeit und Echtheit im Umgang mit Kindern!
Foto: © Franz Jedlicka
Mag. Franz Jedlicka, Soziologe und Friedensforscher
"Kriege und Kindererziehung"
Über die Kriegsursachen in der Kindheit.
Sowohl in der Friedensforschung als auch in den meisten Peacebuilding Strategien wird übersehen, dass in fast allen kriegerischen Staaten bereits eine "Kultur der Gewalt"
in den Familien vorherrscht:
Internationale Statistiken zur Körperstrafe in der Kindererziehung sind ein Indikator,
den Jedlicka mit internationelen Friedensstatistiken vergleicht,und Zusammenhänge analysiert.
Er wird auch über die Geschichte dieser Forschungsrichtung sprechen, die man politische Psychologie, oder Psychohistorie nennt.
"Ein Land kann vermutlich gar nicht nachhaltig friedlich werden, so lange dort
bereits die Gewalt gegen Kinder weitgehend akzeptiert wird."
Foto: © Maria Noi
Dr. Karoline Bitschnau-Dellamaria, Erziehungswissenschaftlerin, Trainerin für Resilienz, WERTschätzende Rhetorik und Gewaltfreie Kommunikation
Fried. Fertigkeiten: Wo und wie lernen wir die Sprache des Friedens?
„Worte können Mauern sein oder Fenster.“ Marshall Rosenberg, Begründer der Gewaltfreien Kommunikation
Frieden resultiert aus der Fähigkeit, Konflikte respektvoll und konstruktiv auszutragen. Die Wurzel der dafür notwendigen Fertigkeiten liegt in unseren Denk- und Kommunikationsgewohnheiten, die wir von unseren Vorbildern z.T. bereits im frühen Kindesalter erwerben. Deshalb geht es darum, Denk- und Sprach-Gewohnheiten zu verändern. Das ist nicht so leicht. Voraussetzung ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion, Empathie und echtes Zuhören.
Die Vortragende geht folgenden Fragen nach:
Wie können wir
- ungünstige (Sprach-) Gewohnheiten „entlernen“?
- neue Gewohnheiten aufbauen, die eine konstruktive Konfliktaustragung fördern?
- eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen, wertschätzen und kommunizieren?
- die Gefühle und Bedürfnisse anderer wahrnehmen und wertschätzen?
- In unserer Sprache und unserem Verhalten Vorbild sein für andere und vor allem für Kinder?